Unser Projekt

Unter dem Motto „Wir nehmen die Herausforderungen an und wollen dem Artenverlust etwas entgegensetzen!“ wurde am 14. Februar 2020 das „Aktionsbündnis für Artenvielfalt – der Kreis Warendorf summt und blüht“ aus der Taufe gehoben. 
Die Bündnispartner Kreis Warendorf, WLV - Kreisverband Warendorf, Landwirtschaftskammer NRW - Kreisstelle Warendorf - und NABU-Naturschutzstation Münsterland als Biostation des Kreises unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zur Erhaltung und Entwicklung der Artenvielfalt und der Lebensräume im Kreis Warendorf. 
Ein Thema, dem sich das Bündnis widmen wird, ist der Schutz und Erhalt sowie die Nutzung von Streuobstwiesen und straßenbegleitenden Obstbäumen. 

Das Netzwerk Streuobstwiese

Streuobstwiesen, Obstbaumalleen und -reihen, sind ein wertvoller Bestandteil der Münsterländer Parklandschaft und damit ein wichtiges Kulturlandschaftselement unserer Heimat. Sie haben ihren Ursprung in der bäuerlichen Kulturlandschaft und prägen früher wie heute viele kleinere Ortschaften, Ortsränder und die freie Agrarlandschaft im Kreis Warendorf. Sie sind darüber hinaus ein „Hotspot der Biodiversität“. So können beispielsweise Streuobstwiesen mehr als 3.000 Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dienen. 

Aus diesem Grund wird sich das Bündnis für Artenvielfalt in diesem und den kommenden Jahren, zusammen mit den Kommunen des Kreises Warendorf, dem Thema Streuobstwiesen, Obstbaumalleen und -reihen widmen. 

 

Zusammen mit den Kommunen wird sich das Bündnis hierfür zunächst auf eine Spurensuche durch den Kreis Warendorf begeben. Dies soll aber nicht im Verborgenen geschehen. Wir möchten Sie einladen, uns auf dieser Reise zu begleiten. Dazu werden wir auf diesem Blog regelmäßig über Aktionen und Geschichten rund um das Thema berichten. 

 

Wir werden uns dem Thema alte Obstsorten widmen und auf Wiesen und an Wegen nach unentdeckten Schätzen suchen. 

Wir werden Obstbau-Techniken wie das Veredeln kennenlernen und der Frage nachgehen, wie Obstbäume sortenecht vermehrt werden können. 

Und zu guter Letzt wollen wir erfahren, was praktischer Streuobstwiesen- und Obstbaumschutz bedeutet und wie eine sinnvolle Unterstützung dieses Engagements aussehen kann. 

Dazu werden wir Gruppen und Einzelpersonen aufsuchen, die sich dem Schutz und Erhalt dieser alten Kulturlandschaftselemente verschrieben haben und Möglichkeiten der Beteiligung aufzeigen. 

 

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auf diesem sicherlich spannenden Streifzug durch den Kreis Warendorf begleiten würden. 

Ihr
Bündnis für Artenvielfalt im Kreis Warendorf

 

Aktionsbündnis sucht alte Obstsorten und verschenkt 100 Obstbäume

Die Vielfalt an Obstsorten im Kreis Warendorf ist ein Schatz, den es zu bergen gilt. Leider findet sich Obst aus dem traditionellen Streuobstanbau nur selten in den Auslagen der Lebensmittelläden wieder. Das Angebot beschränkt sich dort auf sehr wenige Sorten. Dabei bieten alte Obstsorten aus der Region eine große Vielfalt an unterschiedlichem Geruch und Geschmack, die es wert sind, erhalten und genutzt zu werden.

 

Obstsortenerhalt im Kreis Warendorf – hier schlummern noch so einige unentdeckte Schätze! 

 

Streuobstwiesen, Obstbaumalleen und -reihen, haben ihren Ursprung in der bäuerlichen Kulturlandschaft und prägen früher wie heute viele kleinere Ortschaften, Ortsränder und die freie Agrarlandschaft im Kreis Warendorf. Streuobstwiesen sind Kulturlandschaftselemente, die vom Menschen geschaffen werden. Der Name „Streuobst “ hat nicht wie häufig vermutet mit verstreut angeordneten Obstbäumen zu tun, sondern mit der früher üblichen Flächendoppelnutzung Einstreugewinnung/Obstanbau. Früher wurden Obstwiesen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen angelegt – sie waren fester Bestandteil von Bauernhöfen und dienten der Selbstversorgung. 

 

Heute sind es hingegen vorwiegend ökologische und ästhetische Gründe, die für den Erhalt und die Neuanlage von Obstwiesen sprechen. Streuobstwiesen bereichern das Landschaftsbild und sind darüber hinaus ein „Hotspot der Biodiversität“. Denn Streuobstwiesen können mehr als 3.000 Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dienen. 

Leider ist die Nutzung von Streuobstwiesen in der heutigen Zeit i. d. R. wirtschaftlich wenig interessant und eine Verwertung aufgrund der anfallenden Mengen häufig nicht möglich. 

Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Zahl an Streuobstwiesen, Alleen und Einzelbäumen kontinuierlich abnimmt. Mit diesem Rückgang verbunden, ist auch der Verlust der Vielfalt an Sorten die es einst gab. Um diesem Verlust etwas entgegenzusetzen engagieren sich Menschen im Kreis Warendorf und darüber hinaus. 

 

Norbert Menke, Streuobstexperte von der NABU Naturschutzstation Münsterland, sucht und erhält daher zusammen mit seinen Mitstreitern alte Obstsorten im gesamten Münsterland. Auch im Kreis Warendorf wurden schon einige Raritäten entdeckt und es ist davon auszugehen, dass im Kreis auch noch so einige Schätze schlummern. Durch diesen unermüdlichen Einsatz konnten schon einige Sorten vor dem vollständigen Verlust gerettet werden. Bei der Suche nach diesen Raritäten stößt das Team auch immer wieder auf völlig unbekannte Sorten, die in der Fachliteratur nicht beschrieben werden. 

 

Um diese alten Sorten zu erhalten,  werden sogenannte Edelreiser gewonnen, welche im Frühjahr auf die passenden Unterlagen veredelt werden. 
Beim Veredeln handelt es sich um eine Technik, mit der es möglich ist, Obstsorten sortenecht zu vermehren. Sortenecht bedeutet in dem Fall, dass die veredelten jungen Bäume, die exakten Merkmale der alten Ursprungsbäume aufweisen. Mit diesem Verfahren ist es möglich, nicht nur identische Kopien (Klone) von Obstsorten zu erstellen um beispielsweise Obstbaum-Plantagen, -Wiesen und -Alleen anzulegen, sondern auch Sorten über Jahrhunderte und damit weit über das durchschnittliche Alter eines Obstbaumes hinweg zu erhalten. 

 

Mit einer Aussaat ist eine solche Erhaltung nicht möglich, da sich nach dem Gesetz der Vererbung bei einer natürlichen Bestäubung unterschiedliche Eigenschaften der Eltern durchsetzen und nur extrem selten Nachkommen mit identischen Eigenschaften entstehen. 
Wie Obstbäume veredelt werden und auf was dabei geachtet werden sollte, zeigen Ihnen Gärtnermeister Johannes Paus und Auszubildender Jan Rickermann in diesem kurzen Videobeitrag. 

Inhalte von Youtube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Anzeigen”, um den Cookie-Richtlinien von Youtube zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Youtube Datenschutzerklärung. Du kannst der Nutzung dieser Cookies jederzeit über deine eigenen Cookie-Einstellungen widersprechen.

Anzeigen


 Nachdem die Edelreiser gut angewachsen sind werden die noch jungen Obstbäume zum Zweck der Erhaltung gepflanzt und fachmännisch gepflegt. Mit der passenden Pflege können Obstbäume zum Teil deutlich über hundert Jahre alt werden. In dieser Zeit können zahlreiche Edelreiser für neue Bäume gewonnen werden und so die Sorten über viele Generation erhalten werden. 


Wenn Ihnen alte Obstbäume im Kreis Warendorf bekannt sind, bei denen es sich möglicherweise um interessante Sorten handelt, oder Sie durch den Kauf eines Baums die Erhaltung alter Obstsorten im Kreis Warendorf unterstützen möchten, können Sie sich sehr gerne an Herrn Menke wenden. 

Kontaktdaten:
 Herr Norbert Menke
 NABU-Naturschutzstation Münsterland e. V. 
 Haus Heidhorn 
 Westfalenstr. 490 
 48165 Münster 
Tel.: 02501-9719433 

Aktion "Gelbes Band"

 

Jahr für Jahr verwandeln blühende Obstbäume die Münsterländer Parklandschaft im Kreis Warendorf in ein Blütenmeer. Sie prägen das Landschaftsbild auch weit über den Frühling hinaus. Streuobstwiesen, Obstbaumalleen und -reihen können zudem vielen Tausend Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dienen. 

Aber da hört die Vielfalt noch nicht auf, denn auf Wiesen und an Wegen stehen viele unterschiedliche Obstsorten, die über Generationen erhalten worden sind. 

Inhalte von Youtube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Anzeigen”, um den Cookie-Richtlinien von Youtube zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Youtube Datenschutzerklärung. Du kannst der Nutzung dieser Cookies jederzeit über deine eigenen Cookie-Einstellungen widersprechen.

Anzeigen

 

Leider werden aber immer häufiger Streuobstbäume nicht abgeerntet, und das Obst verfault auf und unter den Bäumen. Das ist schade, lassen sich doch leicht aus dem schmackhaften Obst zum Beispiel Kuchen, Marmeladen und Saft herstellen. Nicht selten sind Verunsicherung und Halbwissen bei Bürgerinnen und Bürgern der Grund, warum das Obst nicht geerntet wird. 

 

In einigen Kommunen gibt es bereits Konzepte dazu, wie dieses Obst verwertet werden kann. Unter anderem wurde die Aktion „Gelbes Band“ ins Leben gerufen, die auch vom Kreis Warendorf unterstützt wird. „Ein gelbes Band bedeutet: Hier darf jeder eigenverantwortlich ernten, der pfleglich mit dem Baum umgeht“, erklärt Landrat Dr. Gericke. „Unser heimisches Obst ist zu schade, um ungenutzt zu bleiben.“ 

 

Die Idee "Gelbes Band" stammt vom Landkreis Esslingen und wurde mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ ausgezeichnet. Der Kreis Warendorf greift diese Idee auf und verteilt zusammen mit den Kommunen des Kreises gelbe Bänder an EigentümerInnen von privaten Obstbäumen, die bei der Aktion mitmachen wollen. Auch die Kommunen werden gemeindeeigene Bäume mit den gelben Bändern kennzeichnen und zum Ernten freigeben. 

 

„Jeder ist eingeladen mitzumachen, denn alte Obstsorten sind ein Kulturgut zum Anfassen und Probieren“, sagt Dr. Herbert Bleicher, Umweltdezernent beim Kreis Warendorf. „Die große Vielfalt an Obstsorten hat eine Fülle von unterschiedlichen Geschmäckern und Gerüchen hervorgebracht. Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich auf eine geschmackliche Reise durch den Kreis Warendorf zu begeben.“ 

 

Das Gelbe Band erhalten Interessierte beim Kreis Warendorf sowie bei den Städten und Gemeinden Ahlen, Beckum, Ennigerloh, Everswinkel, Oelde, Ostbevern, Sassenberg, Sendenhorst, Telgte und Warendorf. 

Bitte senden Sie Ihre Anfrage zusammen mit Ihrer Anschrift an die Mailadresse netzwerk.streuobstwiese@kreis-warendorf.de
 

Ansprechpartner für das Projekt in der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises ist Herr Hofmann, Telefon: 02581/ 53 6138, Mail: tom.hofmann@kreis-warendorf.de 

Die Geschichte der Birnenallee im Schäringerfeld in Ahlen-Vorhelm

Vor einigen Wochen haben wir in der Birnenallee im Schäringerfeld in Ahlen-Vorhelm die Aktion "Gelbes Band" vorgestellt. Die gelben Bänder an öffentlichen Obstbäumen sollen signalisieren. Hier darf Obst gepflückt werden. 
Weil die Birnenallee auf uns so einen Eindruck gemacht hat, haben wir einmal beim Heimatverein Vorhelm nachgefragt, was die Allee in ihrer Geschichte schon so alles mitgemacht hat. Gibt es womöglich weitere Obstbaum-Alleen im Kreis Warendorf?

Inhalte von Youtube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Anzeigen”, um den Cookie-Richtlinien von Youtube zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Youtube Datenschutzerklärung. Du kannst der Nutzung dieser Cookies jederzeit über deine eigenen Cookie-Einstellungen widersprechen.

Anzeigen

Das Aktionsbündnis für Artenvielfalt sucht erhaltenswerte Obstsorten und verschenkt als Dankeschön 100 Obstbäume!

Die Vielfalt an Obstsorten im Kreis Warendorf ist ein Schatz, den es zu bergen gilt. Leider findet sich diese Vielfalt nur selten in den Auslagen der Lebensmittelläden wieder. Das Angebot beschränkt sich dort auf sehr wenige Sorten. Nur selten findet Obst aus dem traditionellen Streuobstanbau den Weg in die Lebensmittelgeschäfte.

Dabei bieten alte Obstsorten aus der Region eine große Vielfalt an unterschiedlichem Geruch und Geschmack, die es wert sind, erhalten und genutzt zu werden. Der Erhalt alter Obstsorten ist ein zentrales Anliegen zahlreicher Akteure. Auch das Aktionsbündnis für Artenvielfalt, bestehend aus dem WLV-Kreisverband Warendorf, der NABU-Naturschutzstation Münsterland, der Landwirtschaftskammer NRW – Kreisstelle Warendorf und dem Kreis Warendorf, möchte dieses Engagement unterstützen und sucht alte erhaltenswerte Obstsorten. Um sie zu finden, ist das Aktionsbündnis auf tatkräftige Unterstützung aus der Bürgerschaft angewiesen. „Bei diesem Projekt benötigen wir nicht nur den genauen Standort der Obstbäume“, erklären die Bündnispartner des Aktionsbündnisses für Artenvielfalt, „sondern auch eine Fruchtprobe bestehend aus drei reifen Früchten des Baumes!“ 

Meldungen zu alten Obstbäumen nimmt das Bündnis in der Zeit von Anfang September bis Ende Oktober unter der Mailadresse: netzwerk.streuobstwiese@kreis-warendorf.de entgegen. Die Meldung sollte neben Kontaktdaten auch Angaben zur Obstart (Apfel, Birne usw.) sowie möglichst genaue Angaben zum Standort wie bspw. einen Kartenausschnitt enthalten. Die Fruchtproben nimmt das Bündnis im o.g. Zeitraum an der Nebenstelle des Kreishauses entgegen. 

Bitte beachten Sie beim Sammeln der Proben geltendes Recht und betreten ungefragt keine fremden Grundstücke! 

Als kleines Dankeschön werden unter den eingehenden Meldungen im Herbst des nächsten Jahres 100 Hochstämme, bestückt mit Sorten, die im Rahmen des Projektes gefunden wurden, ausgegeben. 

Ansprechpartner für das Projekt in der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises ist Herr Hofmann, Telefon: 02581/ 53 6138, Mail: tom.hofmann@kreis-warendorf.de

Möchten Sie mehr erfahren?

Deutschland

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und erkläre mich damit einverstanden.